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1. Juni 2019
Liebe Freundinnen und Freunde von HohenEichen,

beim diesjährigen Freundefest wird Prof. Dr. Michael Bordt SJ von seiner Arbeit am Institut für Philosophie und Leadership berichten. Seminare zur Schulung von Führungskräften sind nichts Besonderes und werden heute überall angeboten. Meist geht es jedoch nur um Methoden, um effektiver führen zu können. Die persönlichen Voraussetzungen des Führens werden dabei außer Acht gelassen. Das Münchner Institut geht hier andere Wege und versucht, die Spiritualität des Jesuitenordens, das heißt konkreter: den Geist der Geistlichen Übungen, des Exerzitienbuches von Ignatius von Loyola, für Menschen mit Führungsverantwortung fruchtbar zu machen.

Doch nicht erst in den Satzungen der Gesellschaft Jesu und im Exerzitienbuch werden Charaktereigenschaften von Führungskräften beschrieben. Schon Benedikt von Nursia geht in seiner fast 1500 Jahre alten Ordensregel darauf ein, wie ein Mönch, der Führungsverantwortung in der Gemeinschaft übernimmt, beschaffen sein soll und wie er an sich arbeiten muss, um gut führen zu können. Der Abt „sei selbstlos, nüchtern, barmherzig“ (RB 64,9). „Er sei nicht stürmisch und nicht ängstlich, nicht maßlos und nicht engstirnig, nicht eifersüchtig und allzu argwöhnisch, sonst kommt er nie zur Ruhe.“ (RB 64,16) Über den Cellerar, den wirtschaftlichen Leiter, schreibt er: „Als Cellerar des Klosters werde aus der Gemeinschaft ein Bruder ausgewählt, der weise ist, reifen Charakters und nüchtern. Er sei nicht maßlos im Essen, nicht überheblich, nicht stürmisch, nicht verletzend, nicht umständlich und nicht verschwenderisch.“ (RB 31,1) Und „er wache über seine Seele“ (RB 31,8).

All diese Eigenschaften setzen eine gute Selbsterkenntnis voraus. Wer führen will, muss erst sich selbst führen können. Nur wer sich selbst führen kann, wer mit sich selbst klarkommt und sich kennt, ist in der Lage, anderen Menschen Orientierung zu geben. Davon war auch Ignatius von Loyola überzeugt: Ein Jesuit, der im Orden Führungsverantwortung übernehmen soll, muss vor allem eine reife Persönlichkeit sein. Er muss mit Gott verbunden sein, ein Mann des Gebetes, innerlich frei, klar strukturiert, aber auch „energisch, wo es nötig ist, ehrlich und offen“. Bei all dem soll er immer die „Achtung der menschlichen Person“ im Blick haben und sich nicht in „Einzelheiten“ und „der Ausführung von Detailfragen“ verstricken.

Die Kurse des Instituts für Philosophie und Leadership wollen eine Haltung vermitteln, die Charaktereigenschaften wie die hier aufgezählten stärkt und den „gesamtmenschlichen Reifeprozess“ fördert, wie Prof. Bordt erläutert. Es gehe darum, ein „contemplativus in actione“ zu werden, ein Mensch, der ganz bei der Arbeit ist, aber auch ganz bei sich und bei Gott. Und das gilt nicht nur für Führungskräfte, sondern für alle. Denn jeder und jede von uns nimmt im Alltag beide Rollen ein: Manchmal führen wir und manchmal werden wir geführt.

Die eigene Arbeit aus einer kontemplativen Haltung heraus zu gestalten, gilt es immer wieder einzuüben. Ich lade Sie ein, dies bei uns in HohenEichen zu tun, und grüße Sie herzlich!

Ihr

Wilfried Dettling SJ

Hinweise
Kurs „Ora et labora“ vom 1. bis 5. Juli 2019
Freundefest Haus HohenEichen am 6. Juli 2019
HohenEichen-Kursprogramm 2020
Kursprogramm 2020
Alle Angebote bis zum Silvesterkurs 2020/2021 sind schon auf unserer Homepage veröffentlicht.
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