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Exerzitienhaus HohenEichen – Internetseite
1. Februar 2020
Liebe Freundinnen und Freunde von Haus HohenEichen,

in meiner Zeit als Studierendenseelsorger in Graz lernte ich einen afghanischen Flüchtling kennen, zu dem über die Jahre eine Freundschaft gewachsen ist. Ich begleitete ihn zu seinem Interview beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl und erfreulicherweise erhielt er nach einem Monat einen positiven Asylbescheid. Und vor zwei Jahren durfte ich Reza taufen. Aber immer, wenn ich zu Steven – wie Reza jetzt heißt – sagte, was er tun müsse, antwortete er mir: „Ich muss gar nichts. Ich muss nur sterben.“

Ja, es kann guttun, sich von vermeintlichen Zwängen zu befreien. Der Steyler Missionar Ralf Huning beschreibt in seinem Buch „Ich muss nicht beten können“ eine solche befreiende Erfahrung. Er schildert seinen geistlichen Weg: Wie er zunächst das Beten durch seine Eltern lernte, dann als Jugendlicher nach neuen Gotteserfahrungen suchte und wie sich sein Gebetsleben nach dem Eintritt in den Orden änderte. Immer war es die Begeisterung anderer Menschen, die ihn dazu brachte, unterschiedliche Gebetsweisen zu praktizieren. Und hin und wieder positive Erfahrungen beim Beten halfen ihm „durchzuhalten“. Aber er wurde das Gefühl nicht los, dass etwas fehlt. Bis er sich eingestand: „Ich kann nicht beten – und ich muss es auch nicht können.“

Was Huning damit meint, ist das, was wir hier in HohenEichen auch immer wieder sagen: Ich muss beim Beten nichts erreichen, ich muss nichts leisten, es muss nichts dabei passieren. Gott lässt sich nicht herbeizaubern, wie Huning es formuliert. Wir können nur – so gut es eben geht – Gott unsere Zeit schenken, empfangsbereit sein, uns Ihm überlassen. Immer wieder „die Absicht der Absichtslosigkeit erneuern“, wie es ein Mitbruder einmal formuliert hat. Huning beschreibt seine neue Weise des Betens als „planlose Zielstrebigkeit“: Auch wenn ich Gebet nicht machen kann, braucht es doch Rituale und verbindliche Formen.

Trotz der vielen verschiedenen Formen tun wir uns oft schwer mit dem Beten. Das hat schon Paulus zugegeben, als er der ihm noch unbekannten Gemeinde in Rom schreibt: „Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen.“ Er ist sich aber sicher, dass „der Geist sich unserer Schwachheit annimmt“ und „mit unaussprechlichen Seufzern für uns eintritt“ (Röm 8,26). Das ist eine sehr tröstliche Zusage. Es gilt also „nur“ herauszufinden, welche Art des Betens mir hilft, den Heiligen Geist in mir beten zu lassen und so Gott eine Tür zu meinem Leben zu öffnen. Für Ignatius von Loyola ist das entscheidende Kriterium für die passende Gebetsweise, „wo Gott unser Herr sich mehr mitteilt“.

Wie kann ich dabei mithelfen, den Heiligen Geist in mir beten zu lassen? Wie kann ich geschehen lassen, was „ein anderer“ wirkt? Dazu mehr in der März-Ausgabe unseres Newsletters!

Mit herzlichen Grüßen
Unterschrift von Albert Holzknecht SJAlbert Holzknecht SJ

Kursangebote
Kontemplationstage 2020
Kontemplationstage 2020
7. März | 25. April | 19. September
Leitung: Claudia Arnold
Gott suchen und finden in der gemeinsamen stillen Meditation
Brunnentage 2020
Brunnentage 2020
28. März | 6. Juni | 12. September
Leitung: Willi Lambert SJ
Gott suchen und finden in Begegnung und Gespräch
Pilgertage 2020
Pilgertage 2020
25. April | 3. Oktober
Leitung: Gebhard und Ilona Gläser
Gott suchen und finden beim Wandern in der Natur

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